„Pflegebedürftig? Das betrifft doch erst Menschen im hohen Alter!“ Leider ein gefährlicher Irrtum. Ein schwerer Unfall mit dem Motorrad oder E-Scooter, eine chronische Erkrankung oder andere gesundheitliche Einschränkungen können dazu führen, dass auch jüngere Menschen plötzlich dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind.
Und dann geht es nicht nur um die eigene Gesundheit. Pflege kann die ganze Familie organisatorisch, psychisch und finanziell belasten. Gleichzeitig ist die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine Teilabsicherung und übernimmt nicht sämtliche entstehenden Kosten. Private Vorsorge kann deshalb eine wichtige Ergänzung sein.
Welche Möglichkeiten der privaten Pflegevorsorge gibt es?
Nicht jede Pflegeabsicherung funktioniert gleich. Beiträge, Flexibilität und Leistungen können sich erheblich unterscheiden. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick:
- Pflegetagegeldversicherung: Sie ist beim Einstieg häufig vergleichsweise günstig und zahlt im Pflegefall einen vereinbarten Geldbetrag, der frei verwendet werden kann. Die Beiträge können allerdings im Laufe der Jahre steigen. Wer den Vertrag kündigt, erhält die eingezahlten Beiträge grundsätzlich nicht zurück. Eine Dynamik kann helfen, die versicherte Leistung an künftig steigende Pflegekosten anzupassen.
- Pflegerentenversicherung: Sie kostet in der Regel mehr, bietet dafür aber mehr langfristige Planbarkeit. Beitrag und Leistung werden grundsätzlich bei Vertragsbeginn festgelegt, sofern keine Dynamik vereinbart wird. Eine Dynamik kann trotzdem sinnvoll sein, damit die vereinbarte Pflegerente über Jahrzehnte nicht durch die Inflation an Kaufkraft verliert. Bei finanziellen Engpässen kann je nach Vertrag eine Beitragsfreistellung möglich sein, wobei sich dadurch die spätere Leistung reduziert. Bei einer Kündigung kann außerdem ein Rückkaufswert vorhanden sein.
- Pflege Bahr: Diese staatlich geförderte Variante des Pflegetagegelds kommt ohne Gesundheitsprüfung aus. Dadurch kann sie insbesondere für Menschen interessant sein, die aufgrund von Vorerkrankungen Schwierigkeiten hätten, eine andere Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Die Leistungen sind allerdings häufig begrenzt und die Vertragsbedingungen sollten genau geprüft werden.
- Lebens oder Rentenversicherung mit Pflegeoption: Bestimmte Altersvorsorgeprodukte lassen sich mit einer zusätzlichen Pflegeabsicherung kombinieren. Je nach Vertrag kann beispielsweise die Möglichkeit bestehen, später eine Pflegeoption ohne erneute Gesundheitsprüfung zu nutzen oder vorhandenes Kapital für die Pflege einzusetzen. Hier kommt es besonders auf das konkrete Produkt und seine Bedingungen an.
Do muaß ma also scho genauer hinschaun: Der günstigste Beitrag heute ist nicht automatisch die beste Lösung für die nächsten Jahrzehnte!
Warum frühes Vorsorgen einen Unterschied macht
Bei vielen privaten Pflegeversicherungen spielen Eintrittsalter und Gesundheitszustand eine wichtige Rolle. Vereinfacht gesagt: Wer früher einsteigt, kann sich günstigere Ausgangsbedingungen sichern. Kommen später Erkrankungen hinzu, können diese einen Neuabschluss verteuern, zu Leistungsausschlüssen führen oder einen Abschluss erschweren.
Auch eine Dynamik sollte nicht vorschnell abgewählt werden. 1.000 Euro Pflegeleistung mögen heute nach viel klingen. In 20 oder 30 Jahren kann ihre Kaufkraft erheblich geringer sein. Eine regelmäßige Anpassung kann diesem Effekt entgegenwirken.
Und Pflege betrifft selten nur einen Menschen. Werden Angehörige plötzlich zu Pflegenden, können Beruf, Freizeit und Familienleben erheblich darunter leiden. Die richtige finanzielle Absicherung schafft zwar keine Gesundheit, kann aber zumindest mehr Möglichkeiten eröffnen, professionelle Unterstützung zu organisieren.
Mein Fazit: Pflegevorsorge ist keine Frage des Alters
Ob Unfall, schwere Erkrankung oder altersbedingte Pflegebedürftigkeit: Niemand kann heute wissen, ob und wann er einmal Hilfe benötigen wird. Klar ist dagegen, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der finanziellen Belastung auffängt.
Private Pflegevorsorge muss dabei nicht automatisch unbezahlbar sein. Je früher Sie sich mit dem Thema beschäftigen, desto mehr Möglichkeiten stehen Ihnen in der Regel offen.
Pflegetagegeld, Pflegerente, Pflege Bahr oder eine andere Lösung, was passt zu Ihnen und Ihrem Geldbeutel?
Genau das finden wir gemeinsam heraus. Vereinbaren Sie über den Kontaktbutton ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch mit mir. Ich zeige Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten und wir schauen gemeinsam, welche Absicherung zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Pack mas rechtzeitig o!
Ihr Richard Märkl
Versicherungsmakler aus Mainburg